Die Antike

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Antike (ca. 800 v. Chr - 600 n. Chr.)

Der Begriff Antike (von lat. antiquus, alt, altertümlich) bezeichnet die Epoche des Altertums im Mittelmeerraum. Sie reicht etwa von 800 v. Chr. bis ca. 600 n. Chr. und unterscheidet sich von vorhergehenden und nachfolgenden Epochen durch gemeinsame und durchgängige kulturelle Traditionen.
Im engeren Sinne bezeichnet man mit der Antike die Geschichte des archaischen und klassischen Griechenlands, des Hellenismus und des Römischen Reichs (Republik, Prinzipat und Spätantike).
Im weiteren Sinne bezieht die Antike auch die Geschichte der altorientalischen, nahöstlichen Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Syriens, Persiens und Kleinasiens mit ein, die etwa mit dem Beginn der Schriftlichkeit um 3500 v. Chr. einsetzt.

Geschichte

Historisch bezeichnet Antike im Sinne der klassischen Altertums-wissenschaft die Zeit von der allmählichen Herausbildung der griechischen Staatenwelt bis zum Ende des weströmischen Reichs im Jahr 476 bzw. bis zum Tod des oströmischen Kaisers Justinian I. 565.
Der Anfang der antiken Kultur im klassischen Sinne wird im Allgemeinen mit der Entstehungszeit der Homerischen Epen und dem Beginn der griechischen Kolonisation des Mittelmeerraums im 8. Jahrhunderts v. Chr. angesetzt. Die Griechen verbreiteten ihre Bildung und Kultur in den folgenden Jahrhunderten im gesamten Mittelmeerraum und seit Alexander dem Großen auch im Orient und nach Zentralasien hinein. Die Römer brachten die antike Kultur bis nach Mittel- und Nordwesteuropa, wo sie sich seit dem frühen Mittelalter zur christlich-abendländischen Kultur wandelte.

Archaisches Zeitalter - Homer

Mit dem so genannten archaischen Zeitalter beginnt im frühen 8. Jahrhundert v. Chr. die eigentliche Antike. Von etwa 770 bis 540 v. Chr. breiteten sich die Griechen während der Großen Kolonisation im westlichen Mittelmeer, an der nördlichen Ägäis und am Schwarzen Meer aus. In dieser Zeit (etwa zwischen 750 und 650 v. Chr.) wurden auch die Homerischen Epen (Ilias, Odyssee) schriftlich fixiert, die ältesten Literaturdenkmäler des Abendlands.
Homer (griech. Όμηρος Homeros „Geisel“) ist damit der älteste, namentlich bekannte griechische Dichter.
Er lebte vermutlich im 8. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien und soll der Legende nach blind gewesen sein. Schon in der Antike wurde über Homers Person diskutiert: Smyrna, Athen, Ithaka, Pylos, Kolophon, Argos und Chios stritten darum, sein Geburtsort zu sein. Eine der Legenden sagt, er sei am Fluss Meles als uneheliches Kind geboren worden und sein ursprünglicher Name habe Melesigenes gelautet. Gestorben ist er vermutlich auf der Insel Íos. Anders als über seinen Vater sind sich mehrere Quellen einig, dass seine Mutter Kreitheïs hieß. In der Antike wurde er oft als blinder Greis dargestellt.
Berühmt geworden ist er als Dichter zweier der frühesten Epen der Weltliteratur, der Ilias und der Odyssee.
Die Existenz eines Dichters Homer, der beide Werke verfasst hat, gilt jedoch als umstritten; literarisch-ästhetische Urteile neigen zur Bejahung. Wahrscheinlicher ist anderen, die eher inhaltlich urteilen, dass die Werke von verschiedenen Autoren stammen. Da die beiden umfänglichen Werke erst ziemlich kurz nach der Erfindung der griechischen Schrift entstanden sind, geht man davon aus, dass sie schon vorher von fahrenden Sängern vorgetragen und, als die Schrift an Bedeutung gewann, von Homer 'nur aufgeschrieben' oder zu einem originalen Epos zusammen gefasst wurden. Das erste würde wiederkehrende Zeilen erklären, nicht jedoch die ausgefeilte Komposition unter je einem Thema (der Zorn des Achilles in der Ilias, die problemreiche Spätheimkehr in der Odyssee).
Diese literaturwissenschaftliche Frage nach der Urheberschaft Homers wird die Homerische Frage genannt.
Gesichert scheint aber die Herkunft der Epen aus dem griechischen Kleinasien, diese wurde durch sprachliche Analyse der Werke, die beide im ionischen Dialekt des Griechischen geschrieben sind, bestätigt.

Entstehung der Poleis

Zugleich bildete sich das System der griechischen Stadtstaaten, der Poleis, heraus. Sparta im Süden der Peloponnes unterwarf 720-600 v. Chr. Messenien und kontrollierte damit den gesamten südwestlichen Teil der Halbinsel. Die Stadt mit ihrer oligarchischen Verfassung kann als das erste Beispiel der fortan beherrschenden Polis-Struktur gelten. Auch in vielen anderen griechischen Stadtstaaten regelten Verfassungen das Zusammenleben der Bürger, aber auch die Tyrannis, wie sie um 650 v. Chr. beispielsweise in Korinth und Megara bestand, war keine Seltenheit. In Athen bildete sich Schritt für Schritt ein demokratisches System heraus.

Blütezeit Athens - Klassisches Griechenland

Mit Athens Unterstützung der kleinasiatischen Griechenstädte im Ionischen Aufstand um 500 v. Chr., begann das klassische Zeitalter Griechenlands und der jahrhundertelange Konflikt mit dem Perserreich: die so genannten Perserkriege. Als die Perser zu einer Strafexpedition in Griechenland einfielen, wurden sie 490 v. Chr. von den Athenern in der Schlacht bei Marathon besiegt. Zehn Jahre später unterlag der persische Großkönig Xerxes I. der athenischen Flotte unter Themistokles in der Seeschlacht von Salamis und 479 v. Chr. den vereinigten Heeren der griechischen Poleis in der Schlacht von Plataiai.
Mit der Gründung des Attischen Seebunds 477 v. Chr. unter der Vorherrschaft Athens setzte die Blütezeit der Stadt ein, die bis zum Ende der Regierungszeit des Perikles im Jahr 429 v. Chr. reichte. Damals entstanden einige der bedeutendsten philosophischen, literarischen und architektonischen Werke der griechischen Antike, etwa die Tragödien von Aischylos, Sophokles und Euripides oder der Parthenontempel auf der Akropolis. Auch der Philosoph Sokrates wirkte damals in Athen.

Kampf um die Hegemonie

Die zunehmende Rivalität zwischen der Seemacht Athen und der Landmacht Sparta mündete 431 v. Chr. in den fast 30 Jahre währenden Peloponnesischen Krieg. Der sehr wechselhaft verlaufende Konflikt endete, auch aufgrund der Unterstützung Spartas durch das Perserreich, 404 v. Chr. mit der Niederlage Athens und der Errichtung einer zeitweiligen spartanischen Hegemonie über Griechenland.
Theben löste Sparta 371 v. Chr. nach der Schlacht von Leuktra als Hegemon ab, doch auch Thebens Vorherrschaft war nur von kurzer Dauer.
All dem machte erst die gewaltsame Einigung Griechenlands durch Philipp II. von Makedonien ein Ende. Der von Athenern wie Demosthenes als nicht-griechischer Barbar betrachtete König errang in der Schlacht von Chaironeia 338 v. Chr. die Hegemonie über Hellas, die im Jahr darauf im Korinthischen Bund bekräftigt wurde.

Zeit des Hellenismus

Nach der Ermordung Philipps 336 v. Chr. führte sein Sohn Alexander der Große ein griechisch-makedonisches Heer nach Asien und eroberte in wenigen Jahren das gesamte Perserreich. Der Alexanderzug bahnte der griechischen Kultur im gesamten damals bekannten Orient den Weg, von Ägypten über Mesopotamien und Persien bis zu den Grenzen Indiens. Nach Alexanders Tod 323 v. Chr. in Babylon teilten seine Nachfolger, die Diadochen, in lange währenden Kriegen das Reich unter sich auf. In allen Teilreichen - vom ptolemäischen Ägypten im Westen bis zum Seleukidenreich im Osten bildete der Hellenismus in den folgenden Jahrhunderten die prägende Kultur.
Das Zeitalter des Hellenismus war geprägt von einem fast andauernden Kampf der drei Großmächte (Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden) um die Vorherrschaft. Rom interventierte zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Griechenland.146 v. Chr. unterstellte das Römische Reich die Mitglieder des unterlegenden Achaischen Bundes der Provinz Macedonia, Korinth als führende Poleis wurde zerstört. Als letzter Nachfolgestaat des Alexanderreichs wurde im Jahre 30 v. Chr. das Ägypten der letzten ptolemäischen Königin Kleopatra VII. ins Römische Reich eingegliedert. Damit war der Hellenismus als politischer Faktor ausgschaltet. Die griechische Kultur jedoch lebte mit unverminderter Kraft im Römischen Reich fort und prägte es bis zu seinem Untergang im Westen 476 und darüber hinaus bis in die Zeit des Byzantinischen Reichs.

Das Theater im antiken Griechenland

Im antiken Athen entstanden im 5. Jhd. v. Chr. die Tragödie und die Komödie.
Die Tragödie entstand im Rahmen der griechischen Festkultur und ging aus den Festen anlässlich des griech. Gottes Dionysos hervor. Als Erfinder der Tragödie gilt Thespis, der zwischen die üblichen Wechselgesänge der Chore, einen Schauspieler auftreten ließ, der mythische Stoffe in Versen erzählte.
Die Tragödie entwickelte sich in der Folge zum Staatskult. Die Aufführungen fanden anlässlich von Festen tagsüber in den großen Amphitheatern statt, in denen sich das ganze Volk versammelte. Die Inszenierungen waren in Form von Wettkämpfen inszeniert, bei denen mehrere Tragödien nacheinander aufgeführt und von Kampfrichtern bewertet wurden.
Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurden etwa 1000 Tragödien aufgeführt. ein Drittel davon stammt von den drei bekanntesten Autoren Sophokles, Aischylos und Euripides.
Die antike Tragödie und deren didaktische Funktion, die Katharsis" wurde von Aristoteles beschrieben und dient bis heute als Definition der Tragödie:
"Die Tragödie ist Nachahmung einer guten und in sich geschlossenen Handlung von bestimmter Größe, in anziehend geformter Sprache, wobei diese formenden Mittel in den einzelnen Abschnitten je verschieden angewandt werden - Nachahmung von Handelnden und nicht durch Bericht, die Jammer und Schaudern hervorruft und hierdurch eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen bewirkt." (Aristoteles: Poetik. Übersetzt und herausgegeben von Manfred Fuhrmann. Stuttgart: Reclam, 1994, S.19).
Im antiken Athen entstand gleichzeitig die Komödie, deren primäres Ziel die lustige Verspottung eines Menschentyps oder einer Charaktereigenschaft ist.
"Die Komödie ist, wie wir sagten, Nachahmung von schlechteren Menschen, aber nicht im Hinblick auf jede Art von Schlechtigkeit, sondern nur insoweit, als das Lächerliche am Häßlichen teilhat." (Aristoteles, S.17). Der berühmteste griechische Komödiendichter ist Aristophanes.

Römisches Reich

Nach den Griechen wurden die Römer zu den zweiten Trägern und Vermittlern der antiken Kultur. Je weiter sie als Eroberer in die Länder der Levante vordrangen, desto stärker ließen sie sich von deren Kultur beeinflussen. Literatur, Philosophie, Kunst, Architektur und Alltagskultur der Griechen wurden von den Römern nun auch im westlichen Mittelmeerraum verbreitet - und weit darüber hinaus bis zum Rhein und zu den britischen Inseln.

Die Römische Republik

Um 500 v. Chr. befreiten sich die Römer vom etruskischen Stadtkönigtum und bildeten wohl um 475 v. Chr. eine republikanische Regierungsform aus. Bis zum Jahr 272 v. Chr. unterwarfen die Römer ganz Italien südlich der Poebene. In den Punischen Kriegen gegen die Seemacht Karthago im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. begann der Aufstieg Roms zur antiken Supermacht, die für Jahrhunderte die gesamte Mittelmeerwelt beherrscht. Nach 200 v. Chr. mischte sich Rom auch in die Politik der hellenistischen Großmächte ein und wurde zur Protektoratsmacht im östlichen Mittelmeerraum. 148 v. Chr. wurde das Makedonien der Antigoniden, 63 v. Chr. das Reich der Seleukiden, und schließlich 30 v. Chr. das Ägypten der Ptolemäer römische Provinz.
Gleichzeitig kam es jedoch im Inneren zu einer ganzen Reihe von Krisen, der sich im Kampf der Optimaten gegen die Popularen manifestierte. In der Epoche der Bürgerkriege erreichte die Krise der späten Republik ihren Höhepunkt und machte deutlich, dass sich die Republik überlebt hatte und so der Weg zum Prinzipat bereitet wurde. Bereits Gaius Julius Caesar hatte als Diktator auf Lebenszeit (dictator perpetuus) eine quasi-monarchische Stellung erlangt. Als erster römischer Kaiser gilt jedoch sein Großneffe und Erbe Augustus, dem es gelang, mit dem Prinzipat eine dauerhafte monarchische Staatsordnung an die Stelle der zerrütteten Republik zu setzen.

Die Römische Kaiserzeit

Das von Augustus errichtete Kaiserreich (Prinzipat) wurde von ihm und seinem Nachfolger Tiberius noch sicher geführt. Unter Caligula, Claudius und Nero kam es jedoch bereits zu einigen Krisen im Inneren, die jedoch unter den Adoptivkaisern weitgehend behoben werden konnte. Das Imperium erlebte seine größte Blüte und Ausdehnung denn auch unter eben diesen Adoptivkaisern im 2. Jahrhundert. Allerdings wuchs bereits in dieser Zeit der Druck auf die Reichsgrenzen. Im Norden und Nordosten bedrängten die Germanen, im Osten die Parther und später die Sassaniden das Reich. Mit dem Tod von Marcus Aurelius endete ein Zeitalter, das viele als ein "goldenes" begriffen hatten - was jedoch nur mit Abstrichen gelten kann. Unter den so genannten Soldatenkaisern kam es zu einer wahren Reichskrise, die geprägt war von einem raschen Regierungswechel, zentrifugalen Tendenzen im Inneren (Imperium Galliarum) und dem stetig wachsenden Druck auf die Grenzen.

Zerfall des römischen Reichs

Es gelang jedoch gegen Ende des 3. Jahrhunderts mit der Einführung der Tetrarchie durch Kaiser Diokletian noch einmal eine gewissen Stabilisierung zu erreichen. Diese Zeit der beginnenden Spätantike ist gekennzeichnet von Umbrüchen der Alten Welt. Die Anerkennung und Privilegierung des Christentums unter Kaiser Konstantin I. stellte bereits eine wesentliche Abkehr von der antiken Kultur dar, insbesondere von der antiken Philosophie und Religion. Ein letzter Versuch, die heidnischen Kulte durch die Verbindung mit neuplatonischem Gedankengut wieder zu beleben, scheiterte mit dem Tod Kaiser Julians im Jahr 363, was auch das Ende der konstantinischen Dynastie bedeutete. Valentinian I. stabilisierte den Westen, doch kam es im Zuge der Völkerwanderung 378 zur Schlacht von Adrianopel und damit verbunden zu einer neuen Krisenzeit. Kaiser Theodosius konnte den Osten jedoch wieder stabilisieren und war zudem der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium Romanum herrschen sollte; er erklärte das Christentum schließlich zur Staatsreligion.
Nach der Teilung des Reiches unter den Söhnen des Kaisers Theodosius 395 erwies sich letztlich nur das von Konstantinopel (Byzanz) aus regierte, überwiegend griechischsprachige (Latein blieb hier aber noch bis ins 7. Jahrhundert Amtssprache), Oströmische Reich auf Dauer als lebensfähig. Das so genannte Weströmische Reich hatte dem Ansturm der Hunnen und Germanen immer weniger entgegenzusetzen. Es kam zu einer langsamen Auflösung der weströmischen Armee, während die Germanen von mehreren Westprovinzen direkten Besitz ergriffen. 410 wurde Rom von den Westgoten, 455 von den Vandalen geplündert. Im Jahr 476 setzte der Germanenfürst Odoaker, ein Skire, den letzten Westkaiser Romulus Augustulus ab. Der oströmische Kaiser Justinian I. (527-565) versuchte noch einmal mit einigem Erfolg eine Wiederherstellung des Gesamtreiches, die aber letztlich nicht gelang. Im Oströmischen Reich lebten antike Kultur und Geisteswelt aber noch bis weit ins Mittelalter fort, allerdings bildete auch hier die arabische Expansion des 7. Jahrhunderts einen deutlichen Einschnitt, der das spätantike frühbyzantinische Reich.

Lateinische Literatur

Die Literatur der Römischen Republik und des Römischen Reiches wurde in Latein verfasst. Die Perioden der lateinischen Literatur werden traditionell aufgeteilt in das Goldenes Zeitalter, das etwa die Periode vom Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr., und das Silberne Zeitalter, das die übrige klassische Periode umfasst.
Zum Goldenen Zeitalter zählt man die großen Dichtungen Vergils, Ovids und Horaz', sowie die Werke Caesars und Ciceros.
Ins Silberne Zeitalter fallen z.B. die Werke Plinius, Senecas, Junenals und Martials.

Nachleben und Bedeutung der Antike

Die Bedeutung der Antike für den weiteren Verlauf der Weltgeschichte kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden. In dieser Epoche begann die Entwicklung der westlichen Welt. Durch die Relativierung von Religion und einen Prozess der Aufklärung bis hin zu entwickelten philosophischen Systemen wurde die Wegscheide zwischen West und Ost, zwischen Okzident und Orient, zwischen Abendland und Morgenland markiert.
Bis heute erhaltene Zeugnisse der Antike sind neben überlieferten Texten philosophischer, literarischer oder historischer Natur, zahlreiche Objekte der griechischen und römischen Kunst: von großen Skulpturen bis zur Kleinkunst und Töpferei etc. Wichtige Antikensammlungen befinden sich in Rom, Athen, Neapel, Paris, London, München, St. Petersburg, Wien und Berlin. Für die Kenntnis des antiken Alltags sind vor allem archäologische Ausgrabungen wie die in Pompeji, Olympia, Delphi oder Pergamon von Bedeutung.
Als man im Italien des 15. Jahrhunderts die erhaltenen (meist römischen) Überreste neu zu schätzen lernte und in der Kunst nachahmte, bezeichnete man dies als Renaissance, als Wiedergeburt der Antike. Seit dem 18. Jahrhundert trat infolge der Arbeiten von Johann Joachim Winckelmann die klassische griechische Kunst zunehmend ins Zentrum des Interesses. Im 19. Jahrhundert sprach man im Zusammenhang mit den Arbeiten von Architekten und Künstlern, wie Karl Friedrich Schinkel, Franz Karl Leo von Klenze und Berthel Thorwaldsen von der "Renaissance der griechischen Antike".
Vor allem aber setzte die Wiedergeburt des antiken Geistes in der Renaissance der jahrhundertelangen Dominanz religiösen Denkens ein Ende und mündete schließlich in die Epoche der europäischen Aufklärung und in die Moderne. Fast alle Ideen der modernen Aufklärung haben antike Vorläufer. Ohne griechische Wissenschaft und Philosophie, ohne das römisches Recht und ohne Architektur und Kunst von Griechen und Römern ist die westliche Zivilisation nicht denkbar.

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