Weimarer Klassik

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Weimarer Klassik (etwa 1786-1810)

Der Ausdruck Weimarer Klassik bezeichnet in der deutschen Literatur die Epoche nach Johann Wolfgang Goethes erster Italienreise 1786. Die Weimarer Klassik dauerte etwa bis 1810. Teilweise wird mit Weimarer Klassik auch die gemeinsame Schaffensperiode der befreundeten Dichter Goethe und Friedrich Schiller bezeichnet, die von 1794 bis 1805 dauerte. Beide Protagonisten hatten ihre Sturm-und-Drang-Phase hinter sich gebracht und orientieren sich an humanistischen Idealen.

Die Voraussetzungen für die Weimarer Klassik schuf Johann Joachim Winckelmann. Als dieser 1755 seine Gedanken über die „Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst“ und 1764/67 seine „Geschichte der Kunst des Alterthums“ schrieb, ahnte er nicht, welche Wirkung diese Werke bis ins 19. Jahrhundert hinein, auf die vorwiegend römisch orientierte Kunst und Kultur haben sollten. Seine ästhetische Betrachtung der griechischen Kunst war die Grundlage für die Zeit der Klassik. Auch die literarische Klassik, später auch Weimarer Klassik genannt, blieb diesen Grundsätzen treu.

Goethes Drama "Iphigenie auf Tauris" thematisiert die Überwindung von Vorurteilen und ist darin ein Beispiel für das humanistische Ideal der Klassik. Sein größtes Werk ist die Tragödie "Faust" (1808), der 1832 ein zweiter Teil folgte. Das Schaffen Goethes ist sehr umfangreich, seine spätere Phase wird jedoch nicht mehr der Klassik zugerechnet.

Der zweite große Schriftsteller der Weimarer Klassik ist Friedrich Schiller. Er schrieb theoretische Werke ("Über naive und sentimentalische Dichtung"). Auch in der Lyrik griff er philosophische Fragenstellungen auf (etwa in "Der Spaziergang"). Schiller schrieb zahlreiche Balladen ("Die Bürgschaft") und eine Reihe von historischen Dramen ("Wallenstein").

Andere Autoren, die manchmal auch zur Klassik gezählt werden, sind als Vorläufer Karl Philipp Moritz (1757-1793) und Richtung Romantik weisend Friedrich Hölderlin (1770-1843). Moritz´ autobiografisch gefärbter Roman "Anton Reiser" gilt als der erste psychologische Roman in deutscher Sprache, Hölderlins hymnische Lyrik stellt einen Höhepunkt in dieser Gattung dar.

Nicht im engeren Sinn zur Klassik gehören Jean Paul (1763-1825), der vor allem satirische Romane schrieb, und Heinrich von Kleist (1777-1811), dessen Thema häufig das Individuum ist, das sich an gesellschaftlichen Zwängen abmüht oder an ihnen zerbricht, zum Beispiel in der Novelle "Michael Kohlhaas".

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