Moderne

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Moderne (1900 - 1933)

Mit dem Symbolismus beginnt das, was man oft als die Klassische Moderne bezeichnet. Diese Zeit ist geprägt von einem Stilpluralismus, dem Nebeneinander verschiedener Strömungen. Die meisten Autoren lassen sich in mindestens eine dieser Stilrichtungen einordnen.
Zentren der deutschsprachigen Literatur waren Berlin und Wien, entsprechend wird auch oft von "Berliner Moderne" und "Wiener Moderne" gesprochen. Diese erlitten einen jähen Abbruch mit dem Ausbrechen des Ersten Weltkrieges.

Symbolismus

In der Klassischen Moderne erlangte der Begriff der "Avantgarde" eine besondere Wichtigkeit. Den Beginn nahm diese Epoche im Ausgang des 19. Jahrhunderts mit dem französischen Symbolismus, mit Dichtern wie Stéphane Mallarmé, Charles Baudelaire und Arthur Rimbaud. Die wichtigsten Vertreter des deutschsprachigen Symbolismus sind Stefan George (1868-1933), Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) und Rainer Maria Rilke (1875-1926). Der Symbolismus verfolgt ein gänzlich anderes Programm als der ungefähr zeitgleiche Naturalismus. Symbolistische Lyrik ist elitär und legt höchsten Wert auf Schönheit und Form. Eine ihr verwandte Richtung in der Kunst ist der Jugendstil, der Zeitraum wird als Fin de Siècle bezeichnet.

Traditionelle Epik

Parallel zu diesen programmatisch gegen die Tradition gerichteten Strömungen entstanden Prosawerke, die die alten Formen aufgriffen und weiterentwickelten; zu nennen sind Rainer Maria Rilke mit seinem Roman "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" (1910), Heinrich Mann (1871-1950) (der in dem Frühwerk als ein Wegbereiter des Expressionismus gelten darf), Thomas Mann (1875-1955)) (mit artifiziellen Großromanen und Motive durchspielenden Erzählungen), Hermann Broch (1886-1951), Robert Musil (1880-1942), Franz Kafka (1883-1924) und Hermann Hesse (1877-1962).

Heimatkunst

Die Heimatkunst war eine literarische Strömung im deutschsprachigen Raum von etwa 1890 bis 1910. Sie entstand in unmittelbarem Anschluss an den Naturalismus. Der Hauptpropagandist der neuen Bewegung wurde der Schriftsteller und Literaturhistoriker Adolf Bartels, der 1898 in einem Artikel in der Zeitschrift "Der Kunstwart" erstmals den Begriff Heimatkunst verwendete. Gemeinsam mit Friedrich Lienhard verbreitete er die neuen Anschauungen in der kurzlebigen, in Berlin erscheinenden Zeitschrift Heimat.
Die neue Bewegung sollte vom Sujet der Großstadt weg und in Richtung Heimat und Volkstum gehen. Mit der weiten Auffassung von "Heimat" ist nicht nur ländliches, sondern auch städtisches Leben gemeint, da auch die Stadt Heimat sein kann. Wie der Naturalismus, von dem sie einige Techniken übernahm, sollte sie neben der Liebe zur Heimat auch Kritik an ihr üben, was ihr nicht durchgehend gelang. In neueren Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Heimatkunstbwegung manche Grundgedanken der späteren Ökologiebewegung vorwegnahm.
Mit ihrer konservativen, antimodernistischen Grundhaltung war sie die Vorläuferin der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Dichtung.

Expressionismus und Avantgarde (etwa 1910-1920)

Der Expressionismus gilt als die letzte große Literaturströmung Deutschlands. Wie schon der Symbolismus ist sie eine avantgardistische Literaturströmung. Die Avantgarde ist eine neuartigkeits- und theoriebetonte Literatur, die mit antibürgerlichem Gestus auftritt.
Dieser erreicht einen Höhepunkt im Dadaismus, der das bildungsbürgerliche Publikum mit Nonsense-Literatur brüskiert.
Einflüsse kommen auch vom französischen Surrealismus und vom Futurismus. Diese Richtungen erfuhren allerdings in Deutschland durch den Nationalsozialismus, europaweit durch den Zweiten Weltkrieg, eine Zäsur, in gewissem Sinne sogar ihren außerliterarisch bedingten Abbruch.

Als Initialzündung der expressionistischen Lyrik gilt Jakob van Hoddis' Gedicht "Weltende" von 1911, dessen wenige Zeilen "schienen uns in andere Menschen zu verwandeln", wie Johannes R. Becher formulierte. Gottfried Benn (1886-1956), der gerade die Ausbildung zum Mediziner beendete, erregte Aufsehen mit dem schmalen Band "Morgue", der Gedichte in Prosaversen zu Themen bringt, die bislang kaum oder gar nicht dargestellt wurden (beispielsweise Leichenbeschauhaus, Geburt im Kreißsaal und Prostitution).

Weitere wichtige Autoren des Expressionismus waren Alfred Döblin (1878-1957), Albert Ehrenstein, Carl Einstein, Salomo Friedländer, Walter Hasenclever, Georg Heym, Ludwig Rubiner, Else Lasker-Schüler (1869-1945), August Stramm, Ernst Toller (1893-1939), Georg Trakl (1887-1914) und Alfred Wolfenstein.

Neue Sachlichkeit

Nach dem Expressionismus setzte vermehrt eine nüchtern-realistische Haltung ein, die zusammenfassend als Neue Sachlichkeit bekannt wurde. Im Bereich der Dramatik sind hier Ödön von Horvath (1901-1938), Bert Brecht (1898-1956) und der Regisseur Erwin Piscator zu nennen, für die Epik unter underem Erich Kästner (1899-1974), Anna Seghers (1900-1983), Erich Maria Remarque und Arnold Zweig.

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