Naturalismus

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Naturalismus (1880-1900)

Der Naturalismus war eine neue Kunst- und Literaturrichtung, die die Verhältnisse in allen gesellschaftlichen Bereichen schonungslos aufdecken wollte. Was den Realisten der Jahrhundertmitte als Thema noch verpönt gewesen war, wurde zum Hauptgegenstand dieser literarischen Richtung. Ohne Rücksicht auf traditionelle Grenzen des so genannten guten Geschmacks und auf bürgerliche Kunstauffassungen sollten Wirklichkeitsausschnitte möglichst in einer Deckungsgleichheit zwischen Realität und Abbild wiedergegeben werden. Eine wesentliche stilistische Neuerung war es hierbei, dass Umgangssprache, Jargon und Dialekt Einzug hielten. Der individuelle Held, der sich frei entscheiden kann, steht nicht länger im Mittelpunkt der Erzählungen und Dramen, sondern der durch ein Kollektiv oder durch Herkunft, Milieu und Zeitumstände bestimmte Mensch.

Anders als in der russischen (Tolstoj: „Krieg und Frieden“ , „Anna Karenina“; Dostojevski: „Schuld und Sühne“, „Raskolnikow“) oder französischen Literatur (die Romane Zolas und Maupassants) gibt es im deutschsprachigen Raum keine bedeutenden naturalistischen Romane.
Arno Holz (1863-1929) schuf gemeinsam mit Johannes Schlaf (1862-1941) Lyrik und Kurzprosa ("Papa Hamlet"). Bekannt ist Holz´ Gleichung "Kunst = Natur - x", wobei x nach Möglichkeit gegen Null streben, die Kunst also nichts weiter als Abbildung der Wirklichkeit sein sollte.
Das naturalistische Drama, das in erster Linie in Norwegen entstand (Ibsen :„Gespenster“, „Stützen der Gesellschaft“, „Ein Puppenheim“, „Ein Volksfeind“; Strindberg: „Vater“, „Fräulein Julie“), wurde in Deutschland durch Gerhart Hauptmann (1862-1946) vertreten, der mit Dramen wie "Die Weber" internationale Anerkennung fand.

Am Rande des Naturalismus ist Frank Wedekind (1864-1918) zu sehen. Sein Drama "Frühlings Erwachen" weist mit seiner pubertär-erotischen Thematik bereits in Richtung Fin de siècle.

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